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Aus dem Interview mit Thomas N., 1. Ausbildungsjahr (Berufsgrundbildungsjahr)
"Wie bist du auf den Beruf des Tischlers gekommen, Thomas?"
Thomas: "Na ja, in der achten und neunten Klasse habe ich verschiedene Praktika gemacht. Ich war mal in der Autowerkstatt und beim Elektriker, weil ich mich für Autos interessiere. Aber Metall und Strom sind nicht so meine Welt. Dann waren wir in den Sommerferien drei Wochen an der Küste und es hat drei Wochen geregnet. Unsere Vermieter haben gerade das Dachgeschoss ausgebaut, da habe ich dann fleißig geholfen, um mir die Langeweile zu vertreiben. Fußboden verlegen, Holzverkleidung einziehen, Küche einbauen - hat echt Spaß gemacht. So bin ich dann auch auf den Tischler gekommen. Ich habe mir dann in den Herbstferien eine Tischlerei im Nachbarort für ein Praktikum gesucht. Die haben mir auch direkt einen Ausbildungsvertrag angeboten." "Und wie kommt es, dass du das Berufsgrundbildungsjahr machst? Hättest du nicht direkt im Betrieb anfangen können?"Thomas: "Das hat mir mein Chef vorgeschlagen. Er meinte, dass ich hier alle wichtigen Dinge für die Prüfung lerne. Insbesondere Vollholz bearbeiten und klassische Verbindungen herstellen. Im Betrieb machen wir das fast nie, da wir nur selten Möbel aus Vollholz bauen. Jetzt habe ich einen Vorvertrag und werde dann im 2. Ausbildungsjahr im Betrieb einsteigen. Ich freue mich schon drauf." Aus dem Interview mit Nils S., 2. Ausbildungsjahr "Warum hast du dich dazu entschlossen, eine Ausbildung zum Tischler zu machen, Nils?"Nils: "Warum ich eine Ausbildung zum Tischler mache? Ich habe schon immer gerne meinem Vater in der Werkstatt geholfen. Als gelernter Feinmechaniker hat er natürlich nicht viel mit Holz am Hut. Aufs Holz kam ich durch einen Freund, der sich eine Gartenhütte ausgebaut hat. Ich habe ihn dabei tatkräftig unterstützt und anschließend das Schulpraktikum in einer Schreinerei gemacht. Danach stand für mich fest, dass ich eine Ausbildung zum Schreiner machen möchte. "Wie hast du dir einen Ausbildungsplatz gesucht?"Nils: "Die Schreinerei, in der ich das Praktikum gemacht hatte, konnte zum nächsten August leider keinen zweiten Azubi nehmen, hat mir aber einen Vorvertrag angeboten, wenn ich das Berufsgrundbildungsjahr absolvieren wollte. Das habe ich dann auch gemacht." "Welche Arbeiten übernimmst du in deinem Betrieb?"Nils: "In meinem Betrieb übernehme ich viele verschiedene Aufgaben in der Werkstatt oder auf der Baustelle. Mittlerweile bearbeite ich auch kleinere Aufträge selbstständig. Neulich habe ich zum Beispiel einen Nachttischschrank für eine Kundin gebaut und einen Stuhl repariert. Manchmal helfe ich auch den Gesellen, d.h. ich bringe ihnen Material, packe die Werkzeugkisten oder das Auto. Und natürlich bin ich auch öfters mal fürs Aufräumen der Werkstatt zuständig, aber das gehört eben dazu." Aus dem Interview mit Mareike B., 2. Ausbildungsjahr "Für viele ist es doch immer noch eher ungewöhnlich, eine junge Frau zu sehen, die im Handwerk arbeitet. Wie kam es dazu, dass du dich für eine Ausbildung zur Tischlerin entschlossen hast, Mareike?"Mareike: "Nach 13 Schuljahren wollte ich erst mal etwas Praktisches machen. Ich konnte mir nicht vorstellen, direkt an die Uni zu gehen und wieder nur zu pauken und über Büchern zu sitzen. Ein Jahr vorm Abi habe ich dann den Entschluss gefasst, eine Ausbildung zur Tischlerin zu machen. Holz ist ein toller und vielseitiger Werkstoff und oft ist eine Kombination aus Fachwissen und Kreativität in dem Beruf gefragt, was ich sehr spannend fand. Also habe ich mich in verschiedenen Betrieben um ein dreiwöchiges Praktikum beworben, um den Berufsalltag einer Tischlerin kennenzulernen. Allerdings gestaltete sich bereits die Praktikumsplatzsuche schwierig. Ich erhielt viele Absagen, meistens wurden diese damit begründet, dass es keine Sanitären Anlagen für Frauen im Betrieb gebe." "Das war sicherlich sehr enttäuschend für dich, oder?"Mareike: "Ja, stimmt. Aber manchmal muss man eben etwas länger suchen und hartnäckig sein, auch wenn's anstrengend ist. Ich habe dann am Ende drei Praktika gemacht. Das erste in einem größeren Betrieb, in dem überwiegend Objekte wie Banken oder Apotheken eingerichtet wurden. Hier wurde überwiegend mit furnierten und beschichteten Plattenwerkstoffen, aber auch mit Glas, Metall und Kunststoffen gearbeitet. Dann war ich in einer Tischlerei, die sich auf Fenster und Türen spezialisiert hat. Da mich die Arbeit mit Vollholz auch interessiert hat, habe ich dann noch ein Praktikum in einer Tischlerei gemacht, die überwiegend mit Vollholz arbeitet. Hier hat mir mein jetziger Chef dann auch einen Ausbildungsplatz angeboten und eine Verkürzung gleich dazu, da ich Abi habe. Das war echt ein Glücksgriff!" "Bist du dann direkt im 2. Ausbildungsjahr eingestiegen? Wie hast du denn den Stoff aufgeholt?"Mareike: "Ja, ich bin direkt ins 2. Ausbildungsjahr eingestiegen. Den Sommer nach dem Abi habe ich schon in meinem Betrieb gearbeitet und mir die Unterlagen von unserem Azubi, der im dritten Ausbildungsjahr ist, ausgeliehen. War eine ganze Menge Arbeit, aber ich hatte tatkräftige Unterstützung beim Lernen. Lief alles super und mir macht's in der Werkstatt und in der Schule immer noch Spaß!" Aus dem Interview mit Alex B., 2. Ausbildungsjahr "Es war sicherlich eine Umstellung vom BGJ zum 2. Ausbildungsjahr im Betrieb? Wie läuft es denn im Betrieb bei euch?"Alex: "Ich besuche jetzt nur noch einen Tag die Berufsschule und arbeite vier Tage die Woche im Betrieb. Ich gehe jetzt auch richtig gerne in die Berufsschule. Ich weiß, wofür ich den Stoff brauche, dadurch fällt es mir leichter, in der Schule aufzupassen. Außerdem ist der Tag nicht so lang wie im Betrieb, das finde ich auch ganz nett. Alex: "Die wechselnden Aufgaben machen die Arbeit spannend und vielseitig, weshalb ich meine Entscheidung bis heute nicht bereue." |
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